Madden NFL 17 Review – Xbox One Test


American Football erfreut sich in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Das liegt nicht zuletzt an der enorm gestiegenen Free TV Präsenz, welche durch Pro7 Maxx und Sat. 1 vorallem in der letzten Saison voran getrieben wurde. Natürlich finden sich dadurch auch immer mehr Interessenten am virtuellen Football auf den Konsolen. Wie sich Madden 17 auf der Xbox One schlägt erfahrt ihr in unserem Review.

Präsentation

In diesem Jahr wird man in der Eröffnungssequenz von Madden 17 mit den gerade nach Los Angeles umgezogen LA Rams Franchise gegen die Washington Redskins in ein Wildcardgame geschickt. Ihr übernehmt die Rolle des #1 Draft Picks Quarterbacks Jared Goff und müsst die Rams nach einem geblockten Fieldgoal auf die Siegerstraße bringen. Dabei werdet ihr von Dialogen begleitet, und habt auch die Freiheit die finale Two Point Conversion über Runningback Todd Gurley oder Receiver Tavon Austin zu bringen. Nach dem kinoreifen Einstieg findet ihr euch anschließend im Hauptmenü von Madden 17 wieder.

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Dort angekommen kann man sich als Fan von Menümusik freuen, denn auch in diesem Jahr sind mit EA Trax wieder lizenzierte Musikstücke im Spiel enthalten.

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Das Menü sieht dem von Madden NFL 16 sehr ähnlich, ist aber durchaus zweckmäßig und daher nicht in jedem Jahr neu zu erfinden.

Springen wir in unsere erste Partie fallen uns einige marginale Unterschiede in der Grafik auf. Die Belichtung innerhalb der Stadien und der Spielermodelle wurde verbessert, einige bekannte Spieler wurden zusätzlich / neu eingescannt. Allerdings sehen einige Spieler mit ihrem Standardmodell auch ziemlich generisch aus – bei einer Sportart wie Football, in dem die Spieler die meiste Zeit Helme tragen ist dieses aber in Summe zu verschmerzen. Tatoos – welche im Football schon zum „guten Ton“ gehören sind leider weiterhin bei den wenigsten Spielern zu finden, dieses hat sicher auch mit dem Urheberrecht der Künstler auf die jeweiligen Kunstwerke aus Tinte zutun.

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Kommen wir zu den zwei neuen Kommentatoren – Phil Simms und Jim Nantz wurden von EA Sports in Rente geschickt, neu in diesem Jahr sind Brandon Gaudin und Charles Davis mit an Bord. Die beiden werden mit wöchentlichen Aktualisierungen versorgt und bilden so ein fantastisches Duo, welches sich in ihrem Kommentar z.B. auch auf diverse Preseason Games bezieht. Die Kommentare wirken treffend wie nie und durch die Aktualität der Kommentare ensteht ein sehr authentisches NFL Gefühl.

Während der Saison bekommt ihr nun den aus dem TV bekannten „Score Ticker“ angezeigt, welcher euch sofort anzeigt, wenn eurer Divison Konkurrent sein wichtiges Auswärtsspiel z.B. gerade dominiert und ihr damit in Zugzwang geratet.

Das trägt sehr zur Atmosphäre bei. Auch an den Overlays, die man hin und wieder vor den Spielzügen angezeigt bekommt haben wir gefallen gefunden. So zeigt Beispielsweise ein Overlay an, dass euer Quarterback in diesem Spiel bisher 8 Yards per Attempt erfolgreich abgeschlossen hat.

Die Halftimeshow könnte auch in diesem Jahr noch etwas Überarbeitung gebrauchen, die Aneinanderreihung der Highlights erfüllt ihren Zweck, ist aber nichts spektakuläres und wird auch ziemlich schnell langweilig. Positiv ist zudem zu erwähnen, dass man Cutzsenen während des Spiels auf der Xbox nun mit dem Druck der A-Taste skippen kann, wenn man sich irgendwann an diesen sattgesehen hat.

Gameplay

Welche Unterschiede merkt man also während des Spielens, auf dem Grid Iron?

Startet ihr mit einem Kickoff in euer erstes Spiel, dann werdet ihr als erstes die neue „Three Klick“ Kicking Mechanik kennenlernen. Ihr startet den Kickbalken mit einem Druck auf A, müsst dann die Power mit dem A Knopf möglichst kraftvoll füllen, und am Ende noch mit der Genauigkeiten ebenfalls noch mal mit A in dem vorgegebenen Bereich landen, um euren Kick vernünftig auszuführen. Das kann gerade am Anfang noch etwas fordernd sein, wird aber mit der Zeit dann auch eine Routine.

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Eure Defense dürfte euch in diesem Jahr deutlich besser gefallen, als im letzten Jahr. Das Auto Flip Feature sorgt dafür, dass eure Defender erkennen, wenn der Gegner auf einer Seite des Feldes eine Überzahl hat, und sich dementsprechend darauf einstellen. Auch die Gap Zuordnungen sorgen dafür, dass KI Verteidiger in diesem Jahr deutlich besser das tun, was ihr von ihnen erwartet.

Auch in Sachen Running Game hat sich in diesem Jahr einiges getan, so ist es Möglich durch das neue Minigame Tackles zu brechen und mit euren Rushern so mehr Yards zu erlangen. Auch die Agilität der Running Backs wirkt in diesem Jahr feiner, man hat das Gefühl mehr Kontrolle grade auch bei Juke Moves z.B. über seinen Spieler zu haben.

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Die im letzten Jahr oft kritisierten Aggressive Catches (Y) wurden entschärft. Längst nicht mehr jeder weite Wurf, den ihr mit einem Starreceiver mit dem Aggressive Catch fangen wollt, wird auch in einer Completion enden. Das war im letzten Jahr anders – allerdings werden auch eher einfachere Bälle von guten Receiver zum Teil nicht festgehalten, welches bei uns und in der Community für etwas Verwirrung gesorgt hat, da so sehr viele Incompletions zu Stande kommen.

Möglich, und einfacher ist in diesem Jahr das Field Goal & Punt Blocking. Wer die ersten Spieltage der NFL verfolgt hat, wird auch dort gesehen haben, dass dieses im echten Footballleben desöfteren vorkommt und so hat auch diese Änderung Sinn und Verstand.

Umfang

Im Franchise Modus gibt es eine komplett neue Art zu spielen. Im „Play The Moments“ Modus könnt ihr eure Games auf das notwendigste Trimmen, um so schneller in der Saison voran zu schreiten. Beispielweise könnt ihr nur wichtige 3rd Downs oder Red Zone Chancen eures Teams spielen.

raiders3Das HUD, welches in den Simulationen gezeigt wird, während man Beispielsweise als eigener, erstellter Spieler nicht auf dem Feld steht gefällt und in diesem Jahr sehr gut, die „Draufsicht“ aus den letzten Jahren wurde hier deutlich aufgehübscht und moderner gestaltet.

Das Game Planning, in dem ihr euch im Training auf die Spielweise eures kommenden Gegners vorbereiten könnt und Strategien entwickelt, diese zu besiegen wurde sehr gut in das Training integriert. Das Training ist in diesem Jahr generell ein wichtiger Bestandteil des Franchise Modes. Sehr gefallen hat uns, dass die Spielzüge, die man im Game Planning Training einstudiert, auch im Spiel im Playbook erscheinen und nutzbar sind.

Wo wir beim Training sind – der Pratice Squad hat den Weg in das Spiel gefunden, ebenso wie die Injured Reserve – auf die ihr verletzte Spieler platzieren könnt / müsst.

Ebenfalls neu in diesem Jahr im Franchise Modus sind die „Big Decisions“. Ein Star wartet auf seine Vertragsverlängerung – oder euer bester Running Back verletzt sich, holt ihr Ersatz? Verlängert ihr die Verträge? Euch werden Entscheidungen abverlangt und ihr bekommt euren gewählten Weg auch in den kommenden Spielen durch die Kommentatoren zu hören.

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Im Ultimate Team Modus gibt es in diesem Jahr Karten für die neuen Trikots, die Color Rush Uniformen, welche bei den Thursday Night Games getragen werden. Eine schöne Abwechslung, allerdings würden wir uns allgemein im Ultimate Team Modus noch mehr kreative Freiheit für unsere Teams wünschen. Warum nicht Trikots, Logos etc selbst gestalten in einem Modus, der sich komplett um „Fantasy“ dreht?

Sehr positiv ist in diesem Jahr, dass bei den Solo Challenges im Ultimate Team Modus die im letzten Jahr sehr nervige Ladezeit nach einem gescheiterten Versuch die Challenge zu absolvieren entfällt, da man diese neu starten kann ohne jedes Mal komplett durch die Menüs navigieren zu müssen. Die Solo Challenges allerdings liefern in diesem Jahr andere Belohnungen und scheinen insgesamt nicht mehr zu attraktiv zu sein.

Der Head 2 Head Modus wurde überarbeitet, und bringt dem Spieler nun bedeutend weniger Coins als noch im letzten Jahr.

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Präsentation9.1
Gameplay9.3
Umfang8.5
Fun9
EA erfindet Madden in diesem Jahr nicht neu, aber das ist auch nicht notwendig. Kleine Tweaks am Gameplay lassen das Spiel flüssiger wirken und die Änderungen am Franchise Modus, der das Herzstück des Spiels ist lassen eine neue Langzeitmotivation aufkommen. Für Footballfans ist der Titel ein Must Have. Verbesserungspotential sehen wir noch in Sachen Grafik und auch im Karrieremodus - ein Blick rüber zu FIFA im eigenen Hause dürfte wegweisend sein.
9

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Marc

Seit Kindstagen ist die Begeisterung für Sportspiele auf allen möglichen Plattformen ungebrochen. Zusätzlich als Livereporter beim VfL Osnabrück unterwegs – 24/7 Fußballfan, dazu durch die Zusammenarbeit mit TomyHawkTV mit dem US-Sports-Fieber infiziert worden. Außerdem dem Blizzardimperium verfallen.

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