Madden NFL 18 Review – XBox One Test


Durch seinen Erfolg im letzten Super Bowl konnte sich Tom Brady den Titel „Greatest of All Time“ erarbeiten. Im neuen Ableger der Madden Reihe bekommen wir unter anderem in einem Storymodus die Möglichkeit, die Karriere von Devin Wade und seinem Kindergartenfreund Colton Cruise zu begleiten. Vielleicht treten wir ja in die Fußstapfen vom GOAT Tom Brady?

Präsentation

Ein wenig ungewohnt wirkt der Start in Madden NFL 18, in den letzten zwei Jahren wurden wir von filmreichen Inszenierungen begrüßt, die uns die Neuigkeiten des aktuellen Maddenteils näher gebracht haben. In diesem Jahr wurde auf diese Art Mini-Tutorial leider verzichtet. Schade, denn grade in Deutschland ist Football auf dem Vormarsch und viele Beginner würden sich sicher über diese Hilfestellung freuen.

Im Hauptmenü angekommen begrüßt uns das schlichte aber effiziente Kachelmenü, bekannt aus den Vorgängerteilen.

EA Sports hat Madden 18 in dieser Saison die Frostbite Engine angelegt. Ursprünglich war diese für Battlefield und Star Wars: Battlefront im Einsatz, mittlerweile hat sich EA aber damit angefreundet diese auch im Sportspielsegment (FIFA) zu verwenden. Die neue Engine wirkt sich dabei grade auf die Spielergesichter sehr positiv aus, denn man erkennt tatsächlich auf den ersten Blick mit welchen NFL Stars man es hier zutun hat. Die Details der Umgebung, wie z.B. die des Rasens werden besser eingefangen und auch die Beleuchtung in den Stadien und die Reflektionen auf den Helmen sehen klasse aus. An manchen Stellen wirkt die Grafik aber ziemlich weichgezeichnet. Kritik gibts von unserer Seite noch für die Haardarstellung bei längeren Haaren, EA das geht schicker.

Durch den Enginewechsel treten übrigens sogenannte Clippingfehler bei Kollisionen längst nicht mehr so oft auf, sie kommen aber trotzdem noch vor. Mir sind zum Beispiel im Longshot Modus das ein oder andere Mal Fehler bei den Animationen beim Laufen mit dem Ball bzw. einer Interception / Recovery aufgefallen, auch verschwanden Hände hin und wieder ineinander.Trotzdem eine wohltuende Neuerung, danke Frostbite Engine. Bitte im nächsten Jahr diese Fehler komplett eliminieren!

Im Review zu Madden NFL 17 haben wir bereits erwähnt, dass viele Spieler leider nicht ihre Tattoos im Spiel tragen, das ist bis heute leider so geblieben – der Grund sind, vermutlich, Urheberrechte der Kunstwerke.

Negativ sind mir die Ladezeiten bei normalen Spielen mit NFL Teams aufgefallen. Während man im Longshot Modus durch die Zwischensequenzen im Prinzip gar keine Ladezeiten hat, fallen diese vor dem Spielen einer Football Partie um so länger aus. Teilweise gab es bei mir auf der Xbox One Ladezeiten von über einer Minute, ich finde das sollte auf der aktuellen Konsolengeneration ein absolutes No-Go sein. Hier hat EA im kommenden Madden Teil sicherlich Optimierungsbedarf.

Gameplay

Kommen wir zum Herzstück des Spiels, dem Gameplay. Der im letzten Jahr eingeführte Kickmechanismus ist auch in Madden 18 enthalten und ein guter Kick wird je nach Schwierigkeitsgrad natürlich zur Herausforderung.

Es gibt eine neue Spielvariante: Den „Arcademodus“. Dieser wird auch im HUD visualisiert, sodass man sofort erkennt, dass wir uns während einer Partie in einer Arcadepartie befinden. Dieser Spielstil soll vor allem für diejenigen sein, die sich neu mit der Maddenserie beschäftigen. Hier gibt es mehr Action, also spektakulärere Catches, mehr Fumbles etc. um das Spiel arcadig / interessant zu halten. Natürlich gibt es aber auch den realistischeren Sim-Modus.

Die Jukes, die im letzten Jahr in Madden 17 neu eingeführt wurden sind verbessert worden und sollen in diesem Jahr nicht mehr allzu overpowered daher kommen.

Auch am Verhalten der D-Lines wurde geschraubt, sodass man sich nicht mehr allzu oft darüber wundern muss, was unsere Nebenleute in der Defense grade veranstalten. Allerdings kommt es in diesem Jahr in der Offense desöfteren vor, dass ihr entweder sehr viel Zeit durch perfekte Blocks eurer Mitspieler habt – oder sich irgendwo ein riesen Loch für den Gegner ergibt – durch das er hindurchbricht und euch sacked.

EA hat in diesem Jahr das Target Passing eingeführt, eine Art manuelles Passen. Im Longshot Modus werdet ihr in Trainings einige Versuche haben, das neue Targetpassing auszuprobieren. Ihr habt im Target Passing die volle Kontrolle über den Pass, könnt entscheiden wo auf der Route ihr den Ball anbringen wollt – allerdings ist die Umsetzung schwer zu meistern. Wer schon einmal Madden gespielt bzw. Football gesehen hat, weiß, wie wenig Zeit einem Quarterback bleibt um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Unter dem Zeitdruck, den die gegnerische Defense auf euch ausübt den „manuellen“ Modus zu nutzen ist hart zu bewältigen, wenn es aber klappt, dann habt ihr einige neue Optionen in Sachen Freiheit beim Passspiel gewonnen. Die Neuerung ist sicherlich sinnvoll, ich denke aber, dass diese vorallem bei den Profispielern Online Anwendung finden wird.

Umfang

Die größte Änderung am Umfang ist der neue Longshot Modus, das Pendant zu dem „The Journey“ Karrieremodus, der im letzten Jahr in FIFA Einzug gefunden hat.

Ohne zuviel vorab zu verraten: Ich habe den Modus zwei Mal durchgespielt um verschiedene Auswirkungen der Entscheidungen zu sehen, welche man während diesem interaktiven Storymodus trifft. Ihr schlüpft in die Rolle von Devin Wade, einem Quarterback, der bei den Texas Longhorns an der University of Texas spielte. In der Geschichte begleitet ihr „Dev“ und seinen Freund aus Kinderzeiten, Colton Cruise, der die Rolle des Wide Receivers für sich entdeckt hat. Die beiden footballverrückten Jungs treten gemeinsam bei einem Regional Combine Scouting an und werden hinterher *ACHTUNG SPOILER* Teil der Fernsehserie „Longshot“. Diese gibt dem Modus auch gleich ihren Namen. Devin Wade wird mit drei anderen Kandidaten als Quarterback „gecastet“ und durchläuft dabei verschiedene Stationen – sein Freund Colt Cruise schaltet sich des öfteren in die Geschichte ein.

Die Geschichte nimmt einen emotional mit und stellt den Spieler vor die ein oder andere schwierige Entscheidung – jeweils unter Zeitdruck habt ihr zumeist zwei Antworten / Optionen zur Wahl. Zum Teil sind die Cutszenen für meinen Geschmack allerdings etwas langatmig, man hätte sicherlich etwas mehr Zeit für die verschiedene Elemente des Footballs in dem Storymodus aufbringen können. Im Prinzip erlebt ihr hier eine Art Film, den ihr hin und wieder mit euren Entscheidungen (zumindest zum Teil) in verschiedene Bahnen lenken könnt. Positiv ist, dass es auch Übungen gibt, in denen ihr in der Rolle von Devin bestimmte Positionen auf dem Feld, wie einen Safety erkennen muss. Das fühlt sich authentisch an und vermittelt etwas tiefgehenderes Grundwissen über den Sport.

** ACHTUNG SPOILER ** Schade finde ich, das es wohl drei verschiedene Enden gibt – man kann allerdings jedes Ende nur sehen, wenn man den kompletten Modus erneut durchspielt – oder clever speichert. Hier hätte EA z.B. bei Telltale abgucken können, bei denen es Unterteilungen in Episoden gibt – um das erneute Durchspielen mit verschiedenen Variationen zu erleichtern. Auch, dass nach dem Draft aprupt Schluss ist und man keinerlei Chance mit Devin oder Colton erhält um die NFL Karriere wirklich zu starten ist etwas enttäuschend. EA hat sich hier aber sicherlich Spielraum für die kommenden Madden Teile gelassen – man darf gespannt sein.

Alles in Allem hat mich der Longshot Modus an die Konsole gefesselt, durch das komplette, erneute Durchspielen aber auch Nerven gekostet. EA hat hier einen tollen Grundstein gelegt, den man in Zukunft sicherlich noch ausbauen und verbessern wird – für ein einmaliges Durchspielen ist der Modus, bis auf das wirklich etwas vorzeitige Ende sehr gelungen. Man fühlt sich hier wirklich in eine Footballgeschichte hineinversetzt und durch die diveresen Drills mit Footballbezug, auch grade dem Combine zu Beginn wirkt das Ganze authentisch.

Ebenfalls neu in diesem Jahr ist der MUT-Squads Modus. In diesem Modus schnappt ihr euch zwei Freunde und spielt zusammen als 3 Man Squad Online gegen andere Teams, falls ihr keine zwei Kumpels zur Hand habt, gibt es auch einen Matchmaking Modus. Ein Spieler ist der Captain der Offense, ein Spieler der Captain der Defense und der dritte Spieler übernimmt die Rolle des Headcoaches. Dabei bringt der Offense Captain das Offensivpersonal und der Defense Captain das Defensivpersonal mit ins Spiel. Der Headcoach bringt Uniformen und Stadien mit – eine ideale Rolle für Einsteiger.

Im Madden Ultimate Team (MUT) Modus stehen auch in diesem Jahr wieder die Solo Challenges zur Verfügung, die euch vor Aufgaben stellen, die ihr zu erfüllen habt um Coins / Packs etc. für euer MUT Team zu erarbeiten. Mir machen die Challenges immer Spaß und grade für Einsteiger sind sie denke ich eine gute Variante sich in Madden einzufinden, da meistens z.B. nur ein Viertel gespielt oder ein Touchdown benötigt wird.

Für den Einstieg hilft auch der Skills Trainer, der euch zum Beispiel die Grundlagen des Offensiv- und Defensivspiels lehrt und euch mit der Steuerung von Madden NFL 18 vertraut macht. Zusätzlich bekommt ihr hier die verschiedenen Run-Konzepte sowie Coverages näher gebracht, interessant für Leute, die zwar Football schauen, aber bisher nie hinter die Taktiken gekommen sind.

Im Franchisemodus ist in diesem Jahr nicht wirklich viel passiert, die Basis für diesen Modus ist aber durch den Umfang der Vorjahre mit der Umzugfunktion eines Franchises immer noch in einem guten Gesamtzustand. Schade finde ich, das man beispielsweise in der Spielerkarriere keine Chance hat Devin Wade oder Colton Cruise aus dem Longshot Modus nachzubauen und mit ihnen so keine Spielerkarriere starten kann.

Präsentation9.4
Gameplay9.3
Umfang9
Fun9.2
Wie im letzten Jahr hat EA Madden mit Madden 18 nicht neu erfunden - das muss aber auch gar nicht sein. Das Grundgerüst ist mehr als solide und in diesem Jahr hat man mit der Frostbite Engine sowohl für die Grafik, als auch für die Kollisionsabfragen noch einmal eine Schippe draufgelegt. Im letzten Jahr haben wir uns einen Blick auf den Karrieremodus seitens EA gewünscht - EA hat uns erhört ;) und uns einen Storymodus spendiert, der beim ersten Mal durchspielen begeistert. Wir sind mit Madden NFL 18 wirklich zufrieden und wünschen uns für die Zukunft weiterhin sinnvolle Tweaks an der Grafik, den Spielmodi und dem Gameplay. Als kleinen Kritikpunkt in diesem Jahr bringen wir mal die Ladezeiten an, diese sind teilweise wirklich ermüdend. Jedem Footballfan sei Madden 18 aber wärmstens ans Herz gelegt, ihr werdet hier wirklich tolle Stunden mit einem hervorragendem Footballspiel verbringen.
9.2

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Marc

Seit Kindstagen ist die Begeisterung für Sportspiele auf allen möglichen Plattformen ungebrochen. Zusätzlich als Livereporter beim VfL Osnabrück unterwegs – 24/7 Fußballfan, dazu durch die Zusammenarbeit mit TomyHawkTV mit dem US-Sports-Fieber infiziert worden. Außerdem dem Blizzardimperium verfallen.

1 comment

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  1. GoddyLP 28 September, 2017 at 06:37 Antworten

    Vielleicht eine kurze Ergänzung…
    Man kann mit Devin Wader (und ich meine auch mit Colt) quasi schon weiterspielen.
    Startet man eine Player Karriere als Mobile QB so erhält man als Standard alle Infos von Devin Wade (Name, Größe, College (UT) und ich glaube sogar der OVR Wert wird durch deine Leistung bei Longshot beeinflusst) bei der Spieler Erstellung (diese kann man natürlich auch so ändern, dass es ein eigenes erstellter Spieler ist)

    Ob das nun eine elegante Lösung ist, muss jeder für sich entscheiden. Aber immerhin kann man weiterspielen 🙂

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