NBA 2K17 Review – PS4 Test


Wie ihr alle wisst sind wir Couchathleten auf Sportspiele fixiert und so ist es keine Überraschung, dass es auch in diesem Jahr einen neuen Teil der NBA 2K Reihe gibt, welchen wir hier für euch bewerten wollen. Die NBA 2K Serie hat auf der aktuellen Konsolengeneration wohl für die meisten Furore gesorgt, wenn man unter den Sportspielen bleibt. Vom Storymodus über die Grafik bis hin zum Spielkommentar – in vielen dieser Dinge hat 2K Maßstäbe mit der NBA Reihe gesetzt. Wie also sieht es in diesem Jahr aus? Gibt es auch in NBA 2K17 Dinge, die als Meilensteine bezeichnet werden können oder verflacht man langsam auf dem extrem hohen Niveau?

Präsentation

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In Sachen Präsentation können wenige (eigentlich keine) Sportspiele der NBA 2K Serie das Wasser reichen. Grafisch ist die Serie weiterhin unerreicht. Und Trotzdem hat man sich in diesem Jahr im Hause 2K noch einmal etwas einfallen lassen, denn bei den Kommentatoren gibt es nun mehrere Teams, bestehend aus unterschiedlichen dritten Announcern. Das tut natürlich der Atmosphäre sehr gut und sorgt für Abwechslung bei den Sprüchen, die wir zu hören bekommen. Doris Burke an der Sideline hat Unterstützung bekommen und berichtet nicht mehr exklusiv für euch, sondern zusammen mit den Kollegen Brent Barry, Steve Smith und Chris Webber. Die HUDs für die Anzeige von Informationen und neuen Statistiken sind einmalig und fühlen sich nach echter Basketball Übertragung an. In Sachen Replays und Kameraeinstellungen gibt es bei 2K nichts zu meckern – doch einen Punkt hätten wir: Spieler die eher „skinny“ gebaut sind, wie z.B. Kevin Durant sehen schon arg dünn aus und könnten definitiv etwas bessere Proportionen vertragen.

Die Halbzeitshow wurde in diesem Jahr etwas überarbeitet so gibt es zum Beispiel eine Trikot Kanone oder eine Dunkshow von einer Akrobatik Truppe. Die Arenen wurden aufpoliert und 2K hat sich laut eigener Aussage die Mühe gemacht, alle 30 Arenen der NBA von der Beleuchtung etc. originalgetreu nachzubilden.

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Gameplay

Die Spielmechanik in NBA 2K17 steht natürlich auch in diesem Jahr wieder im Fokus. Das Spiel wirkt schneller und weicher, welches vorallem durch neue Animationen die auch aufgrund neuer physikalischen Kontakte entstehen ausgelöst werden. Allerdings: Mitspieler dribbeln zum Teil unbedrängt ins Seitenaus, weil sie in einer Animationskette gefangen sind oder wir werden per Pass bedient und laufen animationsbedingt ins Seitenaus. Die Schwierigkeit dürfte auch grade im Bezug auf die Einstiegerfreundlichkeit ein Problem sein. Die KI der Gegner räumt stellenweise alles ab und ihr seht mit eurem MyCareer Spieler gegen viele Defenses überhaupt kein Land. Die Gegner sind zum Teil beim rebounden in diesem Jahr extrem stark aufgelegt – Rebounds an sich sind in NBA 2K17 aber deutlich besser geworden denn es werden nun auch Bälle mal getippt bzw. abgewehrt – teilweise aber verbunden mit komischer Ballphysik.

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Natürlich, es bleibt bei Meckern auf hohem Niveau: Eine Schwachstelle gibt es im NBA 2K Gameplay aber unserer Meinung nach seit Jahren: das Passystem bzw. das Movement der Mitspieler während der Passaktionen. Grade habt ihr die Taste zum Abspielen gedrückt, läuft euer Mitspieler hinter seinen Gegenspieler und ist so nicht mehr anspielbar.

Das neue Wurfsystem ist etwas gewöhnungsbedürftig für ältere Hasen im Bereich NBA 2K, aber mit der Zeit findet man sich in dem neuen System gut zurecht. Gewundert haben wir uns allerdings über einige Fehlwürfe, obwohl das Feedback eigentlich von einem perfekten Wurf ausging – dafür trifft man hin und wieder Würfe, die eigentlich nicht in die Nähe von perfektem Timing kommen.

Hier sind wir mit unserer Kritik aber schon wirklich in Sphären, die über das normale Gameplay hinaus gehen, denn das ist wie man es von 2K doch gewohnt ist im Großen und Ganzen einmalig – nicht umsonst wird man hin und wieder von Zuschauern gefragt „Läuft dort echter Basketball im TV“?

Spielmodi

Im MyCareer Modus ist 2K in diesem Jahr andere Wege gegangen als bisher. Vorab konnte jeder sich die „Der Auftakt“ Story zu NBA 2K17 downloaden, eine spielbare „Demo“ Version des Karrieremodus. Hier erstellt ihr einen Spieler, und begleitet ihn durch die Collegezeit. Sehr positiv: in diesem Jahr ist der Gesichtsscan via myNBA2K17 App möglich, die PS4 Kamera hat somit ausgedient. Der Einstieg in die Welt von NBA 2K17 wird hier auch Leuten, die bisher nicht wirklich viel mit Basketball(spielen) anfangen können schmackhaft gemacht.

Wenn man sich etwas Negatives heraussuchen möchte, dann darf man in diesem Jahr kritisieren, dass die Geschichte der Karriere in diesem Jahr wieder ziemlich linear verläuft. Man hat keine großen Entscheidungen zu fällen, die vielleicht das Privatleben des Spielers abseits des Courts beeinflussen oder eurem Charakter Ecken und Kanten verleihen: Interviewantworten fallen oft mannschaftsdienlich oder egozentrisch aus und trotz gewisser Äußerungen kann man seine Charakterentwicklung nicht wirklich steuern.

Ohne zu viel vorweg zu nehmen: Während der Karriere wird nicht nur euer Charakter beleuchtet, sondern es treten auch „Buddys“ während eurer aktiven Karriere auf, die ebenfalls ihren Anteil an der Story bekommen und die ihr auch während eines Spiels mitsteuern könnt. Eine Sache die uns gestört hat: Man ist in der Story der „President of Basketball“ und kommt als Collegelegende in die NBA, um diesen Ansprüchen gerecht zu werden ist ein Spielerrating mit 55 deutlich zu niedrig. Toll hingegen sind die Beschränkungen für gewisse Attribute bei bestimmten Positionen – es macht keinen Sinn, das ein Point Guard die beste physische Präsenz eines Teams hat.

In diesem Jahr gibt es einige Änderungen am MyGM / MyLeague Modus. Es gibt im Laufe eines Spielstandes die Möglichkeit Regeländerungen für die Liga abzustimmen (z.B. Abschaffung der Rückspielregelung), es ist eine Ligenerweiterung möglich (bis zu 6 Teams zusätzlich) mit der ihr z.B. die Seattle Supersonics zurückholen könnt, auch könnt ihr dabei festlegen ob ihr in der Regularseason oder in der Offseason anfangen möchtet. Ebenfalls enthalten sind die Möglichkeiten eines Re-Brands (Team ändern) oder einer Re-Location (Team umziehen), welche eurer Fantasie viel Raum lassen und die Langzeitmotivation enorm steigern.

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Für den MyTeam Modus finden wir es schade, dass es noch immer keinen Draft Modus gibt. Natürlich gab es diesen bei der Konkurrenz zu erst, aber der Erfolg dieses Modus spricht für sich und hätte einen Auftritt in NBA 2K verdient. Für den MyTeam Modus gab es in diesem Jahr eine neue Einteilung der Kartenqualität, nun gibt es 10 (!) Einstufungen nach Seltenheit eurer Sammelkarten (Bronze, Silber, Gold..) – für Einsteiger ein verwirrendes Unterfangen. Eine gute Sache sind die Herausforderungen im Offline Modus, hier erhaltet ihr Tokens für erfolgreiche Challenges und könnt euch mit diesen Tokens Spielerkarten einlösen. Mit dem Start der aktuellen NBA Version sollen auch Challenges parallel zum echten NBA Geschehen verfügbar sein.

Kommen wir zu den Onlinemodi: MyPark und ProAm. Leider gibt es auch in diesem Jahr den bekannten 2K Delay. Ihr müsst euch also quasi darauf einstellen, dass eure Würfe verzögert abgegeben werden, das ist ärgerlich aber man kann sich daran gewöhnen, vorausgesetzt man bleibt beim Onlinespielen – wechselt ihr zwischen On- und Offlinespielen dürfte die jeweilige Umstellung schwerfallen. Große Änderungen gibt es an den Onlinemodi in diesem Jahr allerdings nicht, notwendig sind diese aber auch nicht wenn die Basis gut ist.

Präsentation9.5
Gameplay9.1
Umfang9.3
Fun8.8
Auch in diesem Jahr lässt sich feststellen: Wenn es um Sportspiele geht geht kein Weg an NBA 2K vorbei. Die Präsentation ist einmalig, die neu hinzugefügten Kommentatorenteams sind eine wunderbare Abwechslung. Durch kleine, feine Details wie die Möglichkeit von Regeländerungen und Ligenerweiterung während des MyGM Modus gibt man diesen Modi eine enorme Tiefe und eine tolle Langzeitmotivation. Leider ist in diesem Jahr etwas Verbesserungspotential in Sachen Gameplay vorhanden - natürlich, das Spiel ist klasse und man ist verwöhnt, aber Dinge wie das Passsystem oder die gescripteten Animationen die zu Turnovers führen sind ärgerlich. Ausserdem glauben wir, dass der Schwierigkeitsgrad für Neueinsteiger zu einigen Frustmomenten führen wird.
9.2
Tags NBA 2K17

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Marc

Seit Kindstagen ist die Begeisterung für Sportspiele auf allen möglichen Plattformen ungebrochen. Zusätzlich als Livereporter beim VfL Osnabrück unterwegs – 24/7 Fußballfan, dazu durch die Zusammenarbeit mit TomyHawkTV mit dem US-Sports-Fieber infiziert worden. Außerdem dem Blizzardimperium verfallen.

2 comments

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  1. Bee 26 Oktober, 2016 at 11:43 Antworten

    Redet ihr von demselben Spiel? In Sachen Präsentation und Gameplay kann ich der hohen Bewertung nicht nachvollziehen.

    Präsentation:
    – Es kommt null Stimmung auf, weil es in den Hallen wenig bis keine Zuschauerreaktion gibt. Als ob man in einer leeren Halle spielt…
    – Einige Trikotfarben und Court-Desings sind weit entfern von der Realität.
    – Einige Spielermodelle sehen schon sehr komisch aus. Die (Star-)Spieler der Classic-Teams haben nur sehr wenig mit dem Original zu tun. Das war schon bei 2K11 besser.
    – Jedes Team hat in der Auszeit den selben Coach
    – Es fehlen die einfachsten Statistiken, wie die Punkte je Viertel. Die während eines Spiels angezeigten Stats stimmen oft nicht.
    – Zwischensequenzen im Spiel lassen sich nicht überspringen etc.
    – Die angesprochene Halbzeit-Show ist immer die selbe

    Gameplay (gegen CPU):

    – Bereits ab Stufe „All-Star“ ist das spiel auch für erfahrene Spieler viel zu schwer. Die CPU schummelt sich oft zum Sieg. Da haben Bankspieler plötzlich die Fähigkeiten eines Starspielers
    Generell kann die CPU Dinge, die Physikalisch unmöglich sind.
    – Die eigenen Teamkameraden rennen in der Defense völlig kopflos rum; in der Offense dafür fast gar nicht.
    – Große Spieler sind genauso schnell wie kleine
    – Kollisionsabfrage lässt zu wünschen übrig

    Ich könnte das hier noch ewig fortführen. Ich bin mit meiner Meinung nicht allein. Die Foren sind voll mit Leuten die genauso enttäuscht sind wie ich. Mehr als 7 Punkte sind mMn überzogen.

    • Felix 14 März, 2017 at 21:09 Antworten

      Stimme dir da nicht ganz zu @Bee.
      – Die Stadien sind in einem normalen Spiel eigentlich immer voll.
      – Ist mir noch nicht aufgefallen, dass alle Coaches gleich sind. Normalerweise hat jedes Team seinen individuellen Trainer
      – Einige Animationen lassen sich in den Einstellungen ausstellen

      Ich finde NBA 2K um einiges besser, als du darstellst.

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