NBA 2K18 Review – Xbox One Test


Der Herbst hat für Sportspielefans jedes Jahr die aktuellsten Titel parat, und auch in diesem Jahr geht es für NBA 2K18 raus auf den Court. Der Pionier des Sportgenres geht mit einigen neuen Features und Tweaks am Gameplay in die neue Saison. Lohnt sich ein Kauf? Erfahrt es in unserem Xbox One Review.

Präsentation

Es wird niemanden überraschen, dass 2K weiterhin den Standard in Sachen Präsentation in Sportspielen setzt. Das im Hause 2K nach Fotorealismus gestrebt wird, erkennt man an vielen Spielermodellen und auch an den Umgebungsdetails in den verschiedenen Arenen. 2K hat das Körpersystem neu codiert um den Körperbau von jedem einzelnen NBA Star exakt abbilden zu können. Die Gesichter wurden überarbeitet um ihnen noch mehr Details zu verpassen, zum Beispiel wurde das Aussehen der Augen und Zähne im Licht runderneuert.

Die neuen Trikots in der NBA wurden genau unter die Lupe genommen (und eingecannt), bevor sie in das Spiel implementiert wurden. Bedeutet für uns: Realistische Teamfarben. Das Scanning macht sich außerdem im Sitz der Jerseys bemerkbar und auch die Stoffdetails sehen in diesem Jahr noch einen Ticken besser aus als in Vorgängerversionen von NBA 2K. Natürlich haben die viel diskutierten Mini-Trikotsponsoren ebenfalls den Weg ins Spiel gefunden.

Auch soundtechnisch ist NBA 2K18 wieder on Point. Die drei Kommentatoren: Kevin Harlan, Greg Anthony und Steve Smith sowie Sideline Reporterin Doris Burke und Kollege David Aldrige gehen hervorragend auf das Spielgeschehen ein, liefern Hintergrundinformationen zu Spielern und tragen so einfach enorm zu dieser authentischen TV-Feeling Atmosphäre von NBA 2K18 bei. Bei Smith hat man allerdings bei einigen Audiofiles das Gefühl, diese wären nachträglich in einer isolierten Kabine aufgenommen worden.
Der lizenzierte Soundtrack von NBA 2K18 braucht sich vor den Vorgängern nicht zu verstecken – satte 49 Songs von u.a. Stars wie Mobb Deep, OutKast, Panic! at the Disco oder den X Ambassadors begleiten uns während wir unsere Zeit in den Menüs von NBA 2K18 verbringen. Das wird nicht so schnell langweilig und von dieser Vielfalt dürften sich viele andere Publisher gerne inspirieren lassen.

Gameplay

Stark verbessert kommt uns in diesem Jahr das Dribbling vor. Mit der Aneinanderreihung von Dribblemoves gelingt es auch nach einigen Minuten Eingewöhnung doch ziemlich gut, Defender alt aussehen zu lassen. In der Defensive fällt es uns zum Teil dadurch aber schwer, mit dem Blick auf den angreifenden Spieler gerichtet zu bleiben ohne ausgespielt zu werden. Das gilt auch für Rebounds, die uns in der Defensive in 1vs1 Matches gegen einen anderen Spieler teilweise vor riesige Aufgaben gestellt haben. Dafür verteidigt die KI in diesem Jahr relativ intelligent, Lauf- und Passwege werden sinnvoll zugestellt und auch die großen Jungs, die gerne eure Würfe blocken machen in diesem Jahr von ihren Körpern und Sprungstärken gebrauch.
Neu in diesem Jahr sind One-Hand Pumpfakes, diese sehen gut aus und sind durchaus wirkungsvoll einzusetzen.
Apropros Pumpfakes – das Shotmeter wurde in diesem Jahr mal wieder verändert, in der Theorie sollen die Jumpshots so einfacher werden. Nach einigen Partien Eingewöhnungsphase geht das Shotmeter wieder wie gewohnt von der Hand und fühlt sich intuitiv an.

Durch die Überarbeitung der Spielermodelle hat man in diesem Jahr noch mehr das Gefühl, das reale Pendant zu ihrem NBA Star zu kontrollieren. Bewegungsabläufe sehen noch realistischer aus und fühlen sich sehr individuell an, grade wenn man beispielsweise die Big Men mit den schnellen Dribblern vergleicht.

Was das Passinggame angeht haben wir in diesem Jahr optisch teilweise das Gefühl, der Ball würde am Schnürrchen gezogen werden, sobald die Passtate released wurde. Das mindert den Spielspaß nicht, ist aber vielleicht ein Minikritikpunkt in Sachen Animationen / Realismus.

Spielmodi

Der myPlayer Modus hat in diesem Jahr einen neue Art zu interagieren erhalten. Die sogenannte Neighborhood (Nachbarschaft) lässt euch in einer Art Open World Landschaft herumlaufen und mit verschiedensten NPCs in echten Shops (Footlocker, NBA Store) und echten Spielern interagieren.
Sehr gut gefällt uns das Training im myPlayer Modus, in dem ihr euch in diesem Jahr in der Trainingshalle beispielsweise einfach aussucht, an welcher Plakette ihr arbeiten wollt und dann passende Übungen mit eurem Spieler absolviert. Ebenfalls könnt ihr ein Gym besuchen in dem ihr beispielsweise mit eurem myPlayer Sprintübungen oder Koordinationsübungen absolviert.
Kommen wir zu etwas Kritik: Die Wege die man im Spiel zu Fuß absolviert, sind zum Teil lang, auch wenn man mit einer höheren Gesamtstärke (90) mit dem Fahrrad fahren können wird. Durch die virtuelle Welt und die festgelegten Optionen zum Friseur zu gehen oder sich umzuziehen, ist es für den einen oder anderen sicherlich auch etwas umständlich für diese Änderungen immer die virtuelle Nachbarschaft betreten zu müssen. Hier hält es sich mit den Details wohl klassisch: Des einen Freud ist des anderen Leid.
Unsere größte Kritik richtet sich an den Einsatz von VC im myCareer Modus. Mit dem Neighborhoodmodus hat aus unserer Sicht die Monetarisierung von NBA 2K Überhand genommen. Viele Kollegen haben dies bereits bemängelt und 2K die Kritik zum Teil deutlich spüren lassen. Hier muss man sich einfach vor Augen führen, dass man einen Vollpreistitel kauft, in dem man zusätzlich zum Kaufpreis in dem Karrieremodus jede Kleinigkeit gegen VC freischalten kann / muss. Dies fängt an mit der Frisur eures myPlayers – in diesem Jahr stehen euch ganze 5 (!) Frisuren zu Karrierebeginn zur Verfügung. Ja, man erhält VC und schaltet diese auch ohne den Einsatz von Echtgeld frei z.B. durch absolvierte Spiele – man muss aber schon extrem viel Zeit in das Spiel investieren, wenn man ohne Echtgeld / VC Boost auskommen will und mit seinem myPlayer Online konkurrenzfähig sein möchte. Natürlich nutzen die Spieler das Angebot und geben Echtgeld für die virtuelle Währung aus, aber das sollte sich im Rahmen bewegen. Hier hat es 2K unserer Meinung übertrieben und der Pay2Win Kultur einen Bärendienst erwiesen.

Historische Teams haben in NBA 2K18 Einzug gefunden, diese sogenannten All-Time Teams sind eine Zusammenstellung aus den größten Athleten, die für das jeweilige Team aktiv gewesen sind.  So ist es euch z.B. möglich bei den Golden State All-Time Warriors Steph Curry zusammen mit Wilt Chamberlain als Center auf das Pakett zu bringen. Für uns eine gelungenes Feature, dass aktuelle Starathleten mit Legenden des Basketballsports virtuell auf einen Platz bringt.

Auch an dem myTeam Modus gibt es in diesem Jahr etwas Veränderung. Ein bisschen kritisch finden wir, dass man das Auktionshaus in diesem Jahr erst freischalten muss. Gleichzeitig dauert dies nicht all zulange und man lernt die neuen Features kennen. „Super Max“ und „Pack And Playoffs“ sind zwei neue Spielmodi innerhalb von MyTeam. Super Max ist eine Salary Cap gesteuerte Variante des myTeam Modus, der es euch nicht ermöglicht, den gesamten Kader eures Teams nur mit Superstars zu füllen. Diese Änderung gefällt uns sehr, denn das Ziel in einem Spiel wie myTeam ist natürlich für jeden, das bestmögliche Team zusammenzustellen, bedeutet für üblich: Nur Big Names – Der Super Max Modus ändert diesen Fakt.
Der Pack and Playoffs Modus ist der Multiplayer Draft Modus für myTeam. Ihr wählt zuerst ein Coachpack, dreht zwei Coaches um und entscheidet euch dann, welches der beiden Coachsysteme euch eher zusagt. Eure Starting Five wird ebenfalls über das öffnen von Packs entschieden, in dem ihr euch jeweils für 2 von 5 Karten entscheiden könnt und dann einen der beiden umgedrehten Spielern wählt. Anschließend startet ihr mit eurem Team in die Online Playoffs.

Der myGM Modus hat in diesem Jahr ein Update erfahren, es gibt nun eine Story, also, eine wirkliche Story. Man hatte in den letzten Jahren bereits ein „Gerüst“ an Geschichte in dem myGM Modus, in diesem Jahr hat 2K aber in die Tiefe der Story investiert. Ohne zuviel zu verraten ist euer myPlayer Spieler ein MVP-Anwärter, verletzt sich und kommt hinterher als GM zurück. Das gefällt uns aus der Rollenspielsicht, denn so haucht man seinem eigenen Charakter mehr Leben ein.

Als tatsächlich störend empfinden wir in diesem Jahr die Ladezeiten im Game. Das fängt an in dem ihr die Trainingshalle in eurer myCareer betreten und schnell mal eben ins Gym wollt um ein paar Übungen zu absolvieren, oder den Friseur aufzusuchen. Durch die vielen verschiedenen Bereiche dauert es zum Teil extrem lange bis man an den gewünschten Orten angekommen ist, auch wenn man mit dem Handy die essentiellen Anlaufpunkte im Spiel als „Schnellreise“ betreten kann.

Präsentation9.6
Gameplay9.4
Umfang9.3
Fun8.5
In Sachen Präsentation und auch in Sachen Simulations-Gameplay reicht 2K weiterhin niemand das Wasser. Hier befindet man sich auf extrem hohen Niveau und zudem finden die Entwickler immer noch Möglichkeiten kleine Details zu verbessern. Grafiktechnisch dürfte 2K momentan schon am maximalen Niveau der aktuellen Konsolengeneration kratzen. Der exzessive Einsatz der VC im gesamten Karrieremodus stellt eine hohe Hürde für Neueinsteiger, die online wettbewerbsfähig sein möchten. Entweder man grinded sich durch Spiele oder man investiert Echtgeld um sich gegen VC Skillverbesserungen zu kaufen. Das ist ein Punkt den wir bei der Kategorie Fun / Spielspaß nicht unberücksichtigt lassen können. Ansonsten bekommt man mit NBA 2K18 die beste Basketballsimulation am Markt, die es sogar fertig bringt, Nicht-Basketballer für diese Art von Spiel zu begeistern.
9.2
Tags NBA 2K18

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Marc

Seit Kindstagen ist die Begeisterung für Sportspiele auf allen möglichen Plattformen ungebrochen. Zusätzlich als Livereporter beim VfL Osnabrück unterwegs – 24/7 Fußballfan, dazu durch die Zusammenarbeit mit TomyHawkTV mit dem US-Sports-Fieber infiziert worden. Außerdem dem Blizzardimperium verfallen.

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