NHL 18 Review – Xbox One Test


September 2017. Die alljährliche Warterei hat ein Ende. NHL 18 steht vor der Tür und dank des EA Access Zugangs (exklusiv für die Xbox One), dürfen wir sogar eine Woche vor dem offiziellen Release loslegen. Die Hoffnung in NHL 18 ist groß, doch werden die Erwartungen seitens Electronic Arts auch erfüllt? Diese Frage werden wir euch in diesem Review beantworten.

Präsentation

Gleich zu Beginn des Tests merken wir, dass sich in Sachen Präsentation wieder einmal mehr etwas getan hat. Die Menüführung wurde grundlegend geändert. Man hat nun die Möglichkeit, 3 favorisierte Modi auf die Hauptseite anzupinnen, um diese per einfachem Auswahlverfahren anwählen zu können. „Blättert“ man auf „Alle Modi“ so wird man durch ein riesiges Menü voller Spielmodi geführt. Zur Auswahl stehen 13 verschiedene Spielmodi, unter anderem Be A Pro, Hockey Ultimate Team oder der bekannte Saison-Modus. Neu indessen sind die Champions Hockey League und NHL Threes. Eigentlich die volle Power NHL. Für jeden sollte hier etwas dabei sein. Weitere Möglichkeiten wie Team erstellen, Kader, Einstellungen, Spieler erstellen sind ebenfalls vorhanden.

Sobald man das Eis bei NHL 18 betritt beginnt die Gänsehaut. Wieder einmal mehr kommentieren Mike Emrick und Eddie Olczyk die Eishockeysimulation aus dem Hause EA. Bezüglich einer deutschen Synchro fehlt jedoch weiterhin jede Spur. Doch nichts desto trotz fliegen einmal mehr die Präsentationsfetzen auf dem Eis. Die Meute grölt zu beginn einer Partie und feuert die Heimmannschaft an. Die Maskottchen heizen am Rand der Bande ein und die „Wie im TV“ Übertragung rundet das Bild einmal mehr ab. Neu hinzu gekommen in diesem Jahr sind die Einblendungen der Ergebnisse aus den anderen Stadien. Dies schafft einmal mehr das Feeling, als sei man Zuschauer in einer LIVE-Übertragung. Für meinen Geschmack hat EA hier wieder alles richtig gemacht und es gibt kaum etwas auszusetzen an der Präsentation. Lediglich die immer noch fehlende Frostbite 3 Engine schmälert das Gesamtbild ein wenig.

Gameplay

In Sachen Gameplay vermittelt uns EA den Eindruck, hier jedes Jahr Verbesserungen zum Vorjahr vorzunehmen, was so auch unterschrieben werden kann. Man hat deutlich an der CPU gearbeitet, welche noch mehr mit denkt und die immer schwerer auszutricksen ist. Wie im richtigen Eishockey eigentlich. Alt eingesessene Spieler merken sofort: Alter Falter, hier hat man das Niveau und den Schwierigkeitsgrad deutlich erhöht. Für Spieler, die bei NHL 17 noch Superstar gewählt haben, wird der Einstieg auf dem selben Schwierigkeitsgrad wie ein Neuanfang vorkommen. Kaum zu überwindende Gegner-CPU, perfektes Offensiv- und Defensivspiel des Gegners und wenn man einmal den Durchbruch schafft, steht da noch ein bombenmäßig aufgelegter Goalie im Tor. Auch in diesem Jahr gilt der Satz wieder: Voraussicht und Antizipieren sind hier sehr wichtig. Vielleicht noch ein wenig wichtiger als im letzten Jahr. Doch auch hier gilt, hat man den Bogen erstmal raus, so kann man auch bei NHL 18 der Gegner CPU mächtig einheizen und den Polygonspielern zeigen, wer den besten Skill auf dem Eis hat. Meiner Meinung nach hat EA damit die Lust am Spiel geweckt, denn wäre NHL 18 seitens der Spielmechanik gleich wie sein Vorgänger, hätte man alsbald keine Motivation mehr, die aktuelle Simulation länger zu spielen.

Einer der großartigsten Neuerungen im Gameplay sind die neuen Offensiv- und Defensivskills der Spieler. Mit noch mehr Tricks und noch mehr Feintuning hat man die Möglichkeit, atemberaubende Skills aufs Eis zu zaubern, um so den Gegner aus dem Staunen nicht mehr herauszubekommen. Between the leg dekes, One-Hand-Dekes oder aber Spin-O-Rama, so nennen sich die Fähigkeiten, die man bei NHL im Laufe der Spielzeit auspacken kann.

Doch nicht nur als Spieler kann man auf den Eis glänzen, sondern, wie in mittlerweile jedem Jahr, auch als Goalie. Erneut hat man die Möglichkeit zum Spieler des Spiels heranzuwachsen, in dem man mit spektakulären Paraden, perfektem Stellungsspiel und eisernem Willen dem Gegner den Wind aus den Segeln nimmt. Werde zum Top-Torhüter und lass deine Gegner verzweifeln. Hier ist meiner Meinung nach der Langzeitfaktor enorm hoch, da man in jedem Spiel den Gedanken hegt: Jetzt zeig ich es euch!

Unterm Strich bleibt EA’s NHL auch in diesem Jahr ein Meilenstein in Sachen Eishockeysimulation. Nicht nur wegen der fehlenden Konkurrenz, sondern gerade wegen den Fortschritten die jedes Jahr erzielt werden. Der Spieler erhält das Gefühl, als geht EA jedes Jahr ein Schritt in die richtige Richtung, bis irgendwann die perfekte Eishockey-Simulation entsteht. Gut Ding will bekanntlich Weile haben und so wird NHL 18 auch in diesem Jahr für viele spannende Stunden vor dem Fernseher sorgen.

Umfang / Lizenzen

In Sachen Umfang und Lizenzen kommen die Spieler auch in diesem Jahr voll auf ihre Kosten. Mit der Erweiterung um eine weitere europäische Liga, nähert man sich auch hier den Ansprüchen der europäischen Spieler an. Erstmals findet die EBEL (Erste Bank Eishockey Liga) Einzug in NHL 18 und der Spieler hat nunmehr die Möglichkeit einen der 12 Mannschaften selbst zu steuern, darunter der Meister der EBEL, die Vienna Capitals. Auch hat EA in Sachen Champions Hockey League zugelegt. So hat man hier die Möglichkeit, erstmals den Modus selbst zu spielen und kann alle 32 teilnehmende Mannschaften selbst steuern und in diesem Turnier gegeneinander antreten lassen.

Niemandem ist die Erweiterung der NHL in diesem Jahr entgangen. So natürlich auch EA nicht. Durch die Expansion auf 31 Teams hat man erstmals die Möglichkeit, das neue Team der National Hockey League, die Vegas Golden Knights, selbst zu erleben und zu spielen.

Schaut man sich den Be A GM Mode an, so hat man auch hier viele neue Möglichkeiten. Entweder steigt man als GM eines der 30 langjährigen Teams ein und versucht sein Team in allen Belangen zu einem der besten Teams der NHL zu machen, beginnt den GM Mode mit dem Expansion Draft der Vegas Golden Knights, stellt hier sein eigenes Team im Expansion Draft zusammen und versucht die Golden Knights in ihrer ersten Saison zum Titel zu führen oder aber der Spieler entscheidet sich für eine weitere Expansion und kreiert sein eigenes, 32. Team der NHL. Vom der Trikotfarbe bis hin zum kleinsten Verkaufsstand. Alles lässt sich individuell gestalten und nach Herzenslust überarbeiten. Die wohl grandioseste Neuerung im Franchise-Mode ist aber wohl die Erstellung eines eigenen Maskottchens. Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt und man hat die Wahl zwischen vielerlei Kreaturen. Das Erstellen eines eigenen Teams macht hier richtig Laune und Lust darauf, bald mit dieser selbst auf dem Eis zu stehen.

Die Spielmodi im neusten Ableger sind auf mittlerweile 13 angewachsen und lassen das Herz eines jeden Eishockey-Fans höher schlagen.

Der neue NHL Threes Mode überrascht durch Schnelligkeit, Spielspaß und ein wenig Story-Mode Feeling. Denn man kann diesen Modi, bei welchem man mit 3 vs 3 antritt nicht nur gegen die CPU oder online spielen, nein, vielmehr bietet sich hier die Möglichkeit, kleine Aufgaben zu erfüllen und Spiele gegen bestimmte Mannschaften spielen, um im Wert dort aufzusteigen, um sich bessere Spieler, etc. kaufen zu können. Ein Modi, der sicherlich die ein oder andere Stunde voller Freude und Spannung mit sich bringt. Die Krönung in diesem Spielmodi ist sicherlich, dass man hier die Möglichkeit hat, das Maskottchen des jeweiligen Teams aufs Eis zu holen. Ja! Ihr habt hier richtig gehört. Man hat erstmals in einer Eishockey-Simulation die Möglichkeit, mit dem Maskottchen der NHL-Teams auf Torejagd zu gehen. Das bringt eine Menge Spaß und sicherlich auch den ein oder anderen Moment mit sich, bei dem man mehr als schmunzeln muss. Wir jedenfalls hatten bei dem Test dieses Modi’s jede Menge Spaß.

Präsentation9.7
Gameplay8.7
Umfang9.3
Fun9.3
Der wohl beste NHL-Ableger seit NHL 14. Soviel steht auf jeden Fall fest. EA arbeitet hart daran, die Eishockey-Simulation realistischer, besser, größer, umfangreicher und auch interessanter für alle Eishockey- und vielleicht auch Nicht-Eishockey-Fans zu machen. Durch die Implementierung der Vegas Golden Knights, der Möglichkeit ein eigenes, 32. NHL-Team erstellen und damit spielen zu können, die Erweiterung der europäischen Ligen um die Erste Bank Eishockey Liga (EBEL), aber auch die Verfeinerung der Präsentation, schafft es EA in diesem Jahr eines der besten Ableger seit NHL 14 rauszugeben. Das Monopol der Eishockey-Simulation lässt weiterhin keinen Vergleich zu, sich mit anderen Simulationen messen zu müssen, was EA die Möglichkeit bietet, das Spiel Stück für Stück verbessern zu können, ohne Druck eines anderen Publishers im Rücken spüren zu müssen. Unterm Strich haben die Leute von Electronic Arts wieder einmal mehr hervorragende Arbeit geleistet und ein Spiel auf den Markt gebracht, welches die Herzen höher schlagen lassen. Ein absoluter Pflichtkauf für alle Eishockey-Fans.
9.3

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Alexander

Das Eis ist seine Welt. Sei es virtuell als auch im realen Leben. Seit 1999 braucht er diesen Sport wie die Luft zum Atmen. Zeichnet sich durch unerbittliche Liebe und Emotionen zum Eissport aus. Virtuell geht es manchmal hoch her und nicht immer nur positiv. Bei Twitter @bloodylp und bei YouTube als BloodyLP aktiv.

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