PES 2016 Gamescom Ersteindruck


Pro Evolution Soccer 2016 hat sich zum zweiten Mal in Folge den Titel „Bestes Sportspiel“ auf der gamescom gesichert. Eine Kampfansage von KONAMI oder nur ein Mangel an (spielbaren) Alternativen? Wir konnten den neusten Titel der Reihe während des Pressetages auf der gamescom auf der PlayStation 4 ausführlich testen und haben unseren Ersteindruck für euch in Worte gefasst.

 

Umfang der Gamescom Demoversion

Nachdem die Demo im letzten Jahr nur aus Nationalmannschaften bestand, standen in diesem Jahr 5 Clubteams und 2 Nationalmannschaften zur Wahl. Neben dem FC Bayern München, Juventus Turin und dem AS Rom sind zwei brasilianische Teams in Form von Palmeiras und Corinthians in der Demoversion spielbar. Zusätzlich stehen die Nationalelf von Brasilien und Frankreich zur Auswahl. Mit den Ladezeiten der Demo waren wir sehr zufrieden.

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Gameplay

Den größten Schritt in Sachen Gameplay hat man bei KONAMI im letzten Jahr, also von Version 2014 auf 2015 vollzogen. Das soll nicht bedeuten, dass das Gameplay nun schlechter geworden ist – ganz im Gegenteil. Auf ein solides Grundgerüst kann man aufbauen und genau das hat man bei PES 2016 getan.

„Was zählt ist auf dem Platz“, das gilt vor allem für die Torhüter in Pro Evolution Soccer 2016. Die Schlussmänner, letztes Jahr oft (und zu Recht) kritisiert sind in diesem Jahr ein wirklicher Rückhalt. In der Demo haben die Keeper so einige 100% Chancen entschärft und sind somit zum Fluch – oder Segen geworden, aber dieses Jahr im positiven Sinne. Man flucht, wenn der gegnerische Torwart irgendwie noch die Finger an den Ball kriegt – und man jubelt wenn der Keeper herauseilt und den Ball mit einer Grätsche vor dem einschussbereiten Stürmer ins Seitenaus klärt.

Zu einer guten Defensive gehört natürlich auch eine Abwehrreihe. Und auch diese ist in diesem Jahr bemüht, wenn möglich irgendwie noch eine entscheidende Richtungsveränderung des Spielgerätes herzuführen, sodass es zu einigen spektakulären Klärungsversuchen kommt.

Auch in der Abteilung „Attacke“ kann man dieses Jahr auf die Unterstützung seiner Mitspieler hoffen, sie bieten sich in der Vorwärtsbewegung an um Freiräume zu erschaffen und sie laufen z.B. bei Flanken in Lücken ein, die entstehen wenn sich der Gegenspieler mal zu weit entfernt.

Das Spieltempo ist ähnlich zu dem im letzten Jahr, ein realistischer Spielaufbau aus dem Mittelfeld funktioniert gut – Kick and Rush, also von Strafraum zu Strafraum sprinten wird durch strategisches Spiel im Mittelfeld eher unbedeutend.

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Grafik und Animationen

Grafisch packt KONAMI mit Pro Evolution Soccer 2016 noch eine Schippe auf die schon gute 2015er Version drauf. Die Fox Engine hat noch einmal an Details zugelegt, und gerade die Kleidung der Spieler profitiert in diesem Jahr davon. Zu den ohnehin sehr realistischen Facescans von Neymar Jr. z.B. bedarf es wohl keiner weiteren Worte: das sieht schon sehr realistisch aus.

Die Präsentation allgemein wirkt in diesem Jahr stimmiger. Auswechslungen wurden bei unseren Testspielen in diesem Jahr tatsächlich mit Animationen begleitet und nicht einfach nur Onscreen eingeblendet.

In unserem Fachgespräch mit KONAMI wurde uns gesagt, es wären in diesem Jahr drei Mal so viele Animationen verwendet worden, wie im letzten Jahr. Eine Zahl, die durch den absolut weichen Fluss im Spiel bestätigt wird. Gerade physikalische Zweikämpfe im Mittelfeld oder auch bei Kopfbällen machen in diesem Jahr Freude: Spieler kommen ins Straucheln und versuchen irgendwie noch die Balance aufrecht zu erhalten.

Die Physik der Tornetze könnte – wie auch im Vorjahr – noch etwas Arbeit vertragen.

Zu Grafik allgemein dürfte auch die Menüführung zählen: Diese wurde im letzten Jahr von uns noch als etwas träge kritisiert. KONAMI hat daran gearbeitet und auch wenn die Führung hier und da noch etwas umständlich wirkt, ist sie deutlich verbessert im Vergleich zur PES 2015 Version. Der Zeiger bei den strategischen Einstellungen z.B. spricht deutlich schneller an als zuvor.

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Lizenzen

Für deutsche Kunden der Pro Evolution Soccer Reihe stellt sich seit eh und je folgende Frage: Was bekomme ich für Teams aus der Bundesliga geboten? In diesem Jahr sind der FC Bayern München, Vizemeister VfL Wolfsburg und Champions League Teilnehmer Borussia Mönchengladbach bereits bestätigt. Von Bayer 04 Leverkusen hat man aktuell keinen Stand – ob es die Europa League Teams: der FC Augsburg, Schalke 04 oder sogar Borussia Dortmund (unwahrscheinlich, aufgrund der EA Lizenz) ins Spiel schaffen, ist bisher ebenfalls noch unbekannt.

Durch die Importfunktion für PlayStation 4 Nutzer dürfte zumindest das Bearbeiten der Logos und Trikots einen großen Schritt nach vorne machen, um seinen Lieblingsclub einfacher in das Spiel zu bekommen.

Auf der gamescom hat KONAMI ausserdem verkündet, dass man die offizielle Lizenz für das Produkt „UEFA EURO 2016“ erworben hat und somit die Europameisterschaft 2016 in Frankreich vermarkten darf. Ob sich daraus ein DLC ergibt oder es ein komplett neues Spiel wird ließ KONAMI aber offen – es wurde betont, dass dieser Coup nicht in direktem Zusammenhang mit PES 2016 stehe.

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Fazit

Für mich hat Pro Evolution Soccer 2016 den Titel „Best Sportsgame“ der gamescom 2016 verdient. KONAMI befindet sich mit der PES Reihe nach einigen Rückschlägen mittlerweile wieder auf einem richtigen Weg und untermauert den Anspruch, DIE Simulation im Bereich Fußball zu sein auch mit dem Erwerb der Lizenz zur EM 2016.

Die Gameplayänderungen in diesem Jahr erscheinen zuerst nicht allzu groß zu sein, doch schaut man genauer hin entdeckt man wirkliche Verbesserungen und sinnvolle Änderungen. Bleibt zu hoffen, dass die Spielmodi in diesem Jahr ebenfalls für eine Langzeitmotivation sorgen können.

Ab dem 13.08.2015 könnt ihr euch selbst ein Bild von der Demo machen. Dort diese für: PlayStation 4, PlayStation 3, Xbox One und Xbox 360. Ein Datum für die PC Demoversion steht noch aus.

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Marc

Von dem Bolzplatz vor den TV – seit Kindstagen ist die Begeisterung für Sportspiele auf allen möglichen Plattformen ungebrochen, der aktive Sportpart schwindet leider immer mehr. 24/7 Fußballfan, dazu durch die Zusammenarbeit mit TomyHawk wieder mit US-Sports-Fieber infiziert worden. Ausserdem dem Blizzardimperium verfallen. Bei Twitter @wiemex aktiv.

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