Pro Evolution Soccer 2017 Gamescom Ersteindruck


Zwei Mal in Folge ist Pro Evolution Soccer bereits zum „Sportspiel des Jahres“ auf der Gamescom gewählt worden. Klappt es auch im dritten Jahr? Wir konnten den Titel auf der Gamescom 2016 auf der PlayStation 4 ausgiebig antesten und berichten von unseren Ersteindrücken.

Umfang der Gamescom Version

Zwei Teams mehr als im letzten Jahr standen in diesem Jahr zur Auswahl: in Summe 7 Clubs und 2 Nationalmannschaften. Die da wären: Atlético Madrid, Arsenal London, FC Barcelona, Boca Juniors, River Plate, Corinthians, Flamengo + Deutschland und Frankreich. Neben der Freundschaftsspieloption stand kein weiterer Modus zur Verfügung. Negativ fielen die fehlenden Transfers von u.a. Granit Xhaka zum FC Arsenal oder Nico Gaitán zu Atlético Madrid auf. KONAMI hat allerdings für die Vollversion angekündigt, von Day One auf Stand zu sein und in diesem Jahr ein wöchentliches Updatemodell zu nutzen. Hoffentlich möchte man sagen – im letzten Jahr dauerte es 6 Wochen bis nach dem Release die fehlenden Sommertransfers (!) nachgepatcht wurden.

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Gameplay

Das viel gelobte Gameplay von PES, man könnte es auch das Herzstück des Titels nennen, ist auch in diesem Jahr wieder genau auf den Punkt. Viele PES Fans der ersten Stunde erwarten von Pro Evolution Soccer eines: Ein gutes, realistisches Fußballgameplay – und das bekommen sie. PES 2017 erweist sich durch einige kleinere Änderungen als reifer, beispielweise wurde die Spielgeschwindigkeit ein wenig verringert, sodass ein Spiel zwischen den Toren nicht mehr wirkt, wie beim Tischtennis.
Im letzten Jahr wurden die Torhüter gelobt, die sich stark verbessert hatten. In der Vollversion hatte man den Eindruck, es wurde zum Teil etwas zu viel „zurückgedreht“ und die Keeper waren nicht mehr so stark. In diesem Jahr sind sie es wieder – zumindest in der Gamescom Version hielten die Schlussmänner viele Bälle mit starken Reflexen fest. Auch wirkten sie nicht mehr so unbeteiligt, sondern reagierten auf das Geschehen welches sich vor ihren Toren abspielt.
Neu bei PES sind in diesem Jahr die Taktikvarianten bei Ecken, die Spieler sollen an den Fünfmeterraum laufen? Bitte. Ecke auf den kurzen Pfosten? Kein Problem. Das lässt im Angriffspiel ein bisschen mehr Variabilität zu und macht Spaß auszuprobieren.
Nach Toren ist in diesem Jahr das erste Mal die „automatische Slowmo“ bei PES verschwunden, diese aktiviert man mit einen Klick auf die „Replay Control“ wenn die Wiederholung des Tores läuft.
Interessant sind die taktischen Möglichkeiten die Pro Evolution Soccer 2017 einem bietet. Man kann so z.B. festlegen wie sich das Team bei Ballbesitz verhält, ob eher ein Kurzpassspiel bevorzugt wird oder ob beispielsweise in der Verteidigung ein aggressives Pressing gespielt wird. Diese Optionen geben einem das Gefühl, wirklich bestimmen zu können wie das Team auf dem Platz agiert – und nicht einfach nach Schema F seinen Stiefel runterzuspielen.
Nicht fehlen dürfen natürlich auch die im letzten Jahr eingeführten Bedingungen auf dem Platz – ihr habt eine technisch limitierte Truppe? Dann solltet ihr den Rasen lieber etwas länger stehen lassen, als einen kurzen Rasen als Grasart zu wählen.

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Grafik und Animationen

In Sachen Grafik braucht sich Pro Evolution Soccer 2017 nicht zu verstecken. Die Spielermodelle sehen ihren realen Vorbildern doch sehr ähnlich, grade die lizenzierten Spieler u.a. von Borussia Dortmund, Schalke 04 und auch Bayer Leverkusen profitieren enorm von der Fox Engine. So sieht ein Youngster wie Leroy Sané z.B. verdächtig nach seinem Original aus – nicht nur wegen der tollen Haarpracht.
Auch auf Kleinigkeiten achten die Fußballfans für üblich und so ist es in diesem Jahr auch so, dass das Freistoßspray seinen Weg in die Pro Evolution Soccer Reihe gefunden hat. Natürlich verschwindet dieses nach einigen Minuten InGame Spielzeit wieder vom grünen Rasen.
Die Trikots der Spieler fallen in diesem Jahr ebenfalls durch eine schicke Neuerung auf: Spielt man etwa mit Flutlicht reflektiert der glatte Flock der Trikotnummer diese Lichteffekte – ein kleines, aber schönes Detail!
Als Spieler einmal im Camp Nou in Barcelona aufzulaufen, davon träumt wohl jeder Profi – in PES 2017 sieht das ganze fantastisch aus. Die Einläufe der Mannschaften sind klasse aufgemacht und die Fox Engine gibt hier alles um die Spieler und das Stadion gutaussehen zu lassen – mit Erfolg.

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Fazit

Das, was KONAMI auf der Gamescom von Pro Evolution Soccer 2017 präsentiert hat kann sich sehen lassen. Das Gameplay und die Grafik sind wirklich auf einem starken Niveau und würde ein Videospiel alleine mit diesen beiden Merkmalen bestehen können wäre Pro Evolution Soccer 2017 zweifellos ein ganz heißer Kandidat auf den Titel „Sportspiel des Jahres“.
Für die deutschen Fans freut uns die „Verpflichtung“ von drei renommierten deutschen Clubs (Dortmund sogar über vier Jahre), ein guter Anfang wenn man bedenkt, wie oft negativ über fehlende, deutsche Lizenzen gesprochen wird. Leider sind einige Lizenzen der deutschen Clubs (Bayern, Mönchengladbach) in diesem Jahr wieder aus dem Lizenzpaket „herausrotiert“ die im letzten Jahr vorhanden waren.
Allerdings bleibt bei KONAMI ein Fragezeichen wenn es um die Aktualität der Mannschaftskader im Spiel gehen wird. Die letzten Jahre haben in diesem Bezug leider eine sehr negative Sprache gesprochen. Zusätzlich bleibt abzuwarten, ob man es schaffen wird, die Spieler zur Langzeitmotivation in diversen Spielmodi zu ermuntern – dieses Bewertung bleibt aber der Vollversion vorenthalten.

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Marc

Seit Kindstagen ist die Begeisterung für Sportspiele auf allen möglichen Plattformen ungebrochen. Zusätzlich als Livereporter beim VfL Osnabrück unterwegs – 24/7 Fußballfan, dazu durch die Zusammenarbeit mit TomyHawkTV mit dem US-Sports-Fieber infiziert worden. Außerdem dem Blizzardimperium verfallen.

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