Pro Evolution Soccer 2017 Review – PS4 Test


Im letzten Jahr feierte die PES Serie ihr 20 jähriges Jubiläum und konnte zumindest in Sachen Gameplay die Fachpresse überzeugen. Auch in diesem Jahr hat KONAMI mit Pro Evolution Soccer 2017 wieder eine Fußballsimulation für die gängigen Konsolen und den PC parat. Lohnt sich der Kauf in diesem Jahr, gibt es von Tag 1 an aktuelle Kader? All das erfahrt ihr in unserem Review.

Präsentation

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Die Präsentation profitiert in diesem Jahr durch viele neue Gesichterscans, beispielsweise bei den drei lizenzierten Bundesligateams Dortmund, Schalke und Leverkusen. Grade in Nahaufnahmen wirken die gescannten Gesichter schon erstaunlich detailgetreu und realistisch. Die bereits in PES 2016 sehr authentischen Gesichter wurden am Beispiel Neymar auch in diesem Jahr nocheinmal überarbeitet und so noch originalgetreuer in das Spiel integriert. Die Körperstatur der Spielermodelle lässt einen aus der Standardkamera gut erkennen, welcher Spieler dort grade im Fokus steht – grade bei Starspielern wie Neymar, Messi und Co. Sehr gut hat uns das Detail gefallen, dass die Trikotbeflockung vom Flutlicht reflektiert. Auch ein kleines, aber feines Detail ist das Freistoßspray, welches in diesem Jahr auch in PES Einzug findet.

Allgemein könnte die Präsentation von PES aber noch etwas Überarbeitung erfahren. Grade die HUD Overlays bei Toren wirken mittlerweile etwas angestaubt und auch die Replays von Toren oder Fouls wirken zum Teil extrem hektisch und durch KONAMIs Motion Blur doch sehr aufgesetzt. Auch die Menüführung in den Spielmodi z.B. im myClub Modus dürfte optisch gerne eine Überarbeitung erhalten, sie ist zwar zweckmäßig aber einen Schönheitspreis gewinnt man hiermit nicht.

Der Kommentar in PES 2017 ist leider ein ganz großer Kritikpunkt, denn dieser kann in keinster Weise mit anderen Sportspielen mithalten. Die Sprüche von Marco Hagemann wiederholen sich ständig und sind zum Teil auch noch völlig unpassend – Sehr schade, denn hier geht für ein komplettes Fußballerlebnis bereits einiges an Atmosphäre verloren.

Audiotechnisch sind wir aber in diesem Jahr wieder positiv vom lizenzierten Soundtrack angetan, der mit 12 Tracks zwar etwas klein ausfällt, dafür aber bekannte Künstler wie Skrillex / Justin Bieber, Ellie Goulding, 21 Pilots oder Galantis beinhaltet. Sicherlich eine Geschmacksfrage, aber besser als andere Menümusik, die wir bereits ertragen mussten.

Gameplay

Pro Evolution Soccer hat sich immer durch realistisches Gameplay ausgezeichnet und dieses wurde von KONAMI auch stets als Herzstück vermarktet. Was ist also in diesem Jahr anders als im Vorjahr?

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Der Fußball in Pro Evolution Soccer 2017 findet in diesem Jahr in einer etwas langsameren Geschwindigkeit statt. Der Unterschied ist zwar marginal, aber durch diese Änderung wirkt das Geschehen auf dem Bildschirm realistischer. Wer einen langamen, behäbigen Spielaufbau bevorzugt um sich langsam in Position zu bringen, der kann das in diesem Jahr umsetzen – will / muss man das Spiel schnell machen, dann merkt man den Tempounterschied deutlich.

Einen großen Kriktikpunkt hatten die Spieler von PES im letzten Jahr bei den Torhütern ausgemacht. Die Keeper wirkten in der PES 2016 Demo noch zu stark, wurden dann in der Vollversion aber zu sehr geschwächt und leisteten sich teilweise haarsträubende Fehler oder fielen erst zu Boden, nachdem der Ball schon im Netz eingeschlagen war. Das ist in diesem Jahr passé, denn KONAMI hat Arbeit in die Animationen, welche sich teilweise durch extrem starke Reflexe auszeichnen sowie die KI der Keeper gesteckt. Nun verhalten diese sich endlich so, wie man es von einem Torhüter erwarten würde: Paraden mit einer Hand und auch ein Stellungsspiel, welches nicht den Minikickern gleicht sind dadurch die erfreuliche Konsequenz.

Die Animationen bei den Zweikämpfen um den Ball wurden ebenfalls verbessert, Spieler brauchen nach dem Kontakt nicht mehr Ewigkeiten um wieder in die Spur zu finden – kurzum die Physik der Spieler wurde klar verbessert. In diesem Zusammenhang ist eine weitere positive Änderung zu nennen: Die Schiedsrichter. In den letzten Teilen von PES hatte man das Gefühl, es gäbe keine Fouls im Spiel – zumindest nicht von der KI. Und wenn doch mal Freistoß gepfiffen wurde, dann gegen uns und mit einer Karte oben drauf. Durch die realistischeren Kontakte gibt es nun auch häufiger Standardsituationen für uns.

In der Defensive werdet ihr nun besser durch eure KI Kollegen unterstützt. Diese bewegen sich intelligenter und erkennen, wo in der Defensive große Lücken entstehen. Zusammen mit der besseren Kollisionsabfrage macht das Verteidigen so in diesem Jahr deutlich mehr Spaß als noch im Jahr zuvor.

Während unserem Test auf der Gamescom haben wir bereits erwähnt, dass PES in diesem Jahr auch Taktikvarianten für die Ecken bereit hält, sodass man sein Angriffspiel noch variabler gestalten kann. Taktiken sind ein gutes Stichwort: Die Einstellungsmöglichkeiten, die sich in diesem Jahr bieten sorgen dafür, dass man auch tatsächlich einen Unterschied zwischen den einzelnen Teams merkt. Spielt ein Team ein aggressives Pressing, wird man das auch in PES 2017 zu sehen bekommen. Über das DPad kann man selbst Taktikvoreinstellungen z.B. am Pressing vornehmen um auf Drucksituationen (besonders in Onlinepartien) reagieren zu können.

Umfang

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Der Become A Legend Modus, der in diesem Jahr bei der Konkurrenz mit einer eigenen Story präsentiert wird hat leider auch in diesem Jahr keine sichtbaren Veränderungen erfahren. Natürlich, durch die Änderungen am Gameplay macht es mehr Spaß seinen eigenen Spieler zu steuern, aber hier bleibt der fade Beigeschmack des „Spiel nach Spiel nach Spiel“ Karrieremodus, der nun schon seit einigen Jahren im BAL Modus vorhanden ist. Das ist sehr schade, denn mit einem fesselnden Karrieremodus haben andere Sportspiele extrem auf sich aufmerksam gemacht.

Im myClub Modus kann man auch in diesem Jahr wieder mit Scouts nach Spielern suchen, die seinem Team helfen. Durch diverse Einschränkungen kann man die Zielspieler einschränken und kann so ggf. seinen Wunschspieler leichter erhalten. Scouts kann man in diesem Jahr auch akquirieren indem man Gebot auf diese abgibt.

In der Meisterliga sind die Nachrichten und Neuigkeiten aus dem letzten Jahr ebenfalls wieder dabei. Der Deadline Day ist in diesem Jahr in der Meisterliga angekommen, ihr habt ein Zeitfenster in dem ihr noch Last Minute Transfers vornehmen könnt, insgesamt könnte der Gesamte Modus aber liebevoller gestaltet sein. Hier fehlt uns einfach die Innovation im ML Modus, den man nun schon seit einigen Jahren immer ähnlich aufgegossen bekommt.

Das Thema Lizenzen wird immer ein leidiges bleiben. Mittlerweile werden viele „Exklusivdeals“ abgeschlossen, bei denen sich ganze Clubs für ein Spiel entscheiden, und darunter leiden am Ende nur die Gamer. In diesem Jahr fehlen z.B. Bayern München, Juventus Turin, Real Madrid und Manchester United plötzlich lizenziert in PES. Auch die spanische La Liga Lizenz sowie die Copa Liberatadores Lizenz sind in diesem Jahr auf der Strecke geblieben. Positiv sollte man aber auch erwähnen, dass es Borussia Dortmund, Liverpool und Arsenal in diesem Jahr lizenziert ins Spiel geschafft haben.

Das können Besitzer einer PlayStation 4 vielleicht verschmerzen, denn diesen wird die Möglichkeit geboten, OptionFiles herunterladen zu können und so z.B. fehlende Teams durch vorbearbeitete Dateien aus der Community ganz einfach aufzuspielen. Xbox One Nutzer allerdings schauen auch in diesem Jahr wieder in die Röhre, Nutzer der PC Version haben es (wie immer) am einfachsten. Schwer zu verstehen, warum die Xbox One Nutzer hier keine Möglichkeit haben, ein OptionFile einzuspielen, welches die Atmosphäre bekanntlich enorm erhöht, wir wollen das an dieser Stelle aber nicht bewerten, denn wo die Schuld liegt – wir wissen es nicht.

Präsentation8.4
Gameplay9.3
Umfang7
Fun8.7
Auch in diesem Jahr macht Pro Evolution Soccer wieder einen Schritt in die richtige Richtung. Ärgernisse aus dem Vorjahr, wie die Torhüter und die Schiedsrichter hat man sich angenommen. Das Gameplay wurde mit Feinheiten weiter in eine realistische Richtung gelenkt. Auch gab es in diesem Jahr keine "großen Böcke" wie fehlende Aktualität der Kader zu Release. Kritisch sehen wir die verloren gegangenen Lizenzen, sowie die Langzeitmotivation in den Gamemodes ausserhalb von myClub. Wer allerdings nach realisitischem Spielgefühl sucht, der wird zu PES greifen.
8.4

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Marc

Seit Kindstagen ist die Begeisterung für Sportspiele auf allen möglichen Plattformen ungebrochen. Zusätzlich als Livereporter beim VfL Osnabrück unterwegs – 24/7 Fußballfan, dazu durch die Zusammenarbeit mit TomyHawkTV mit dem US-Sports-Fieber infiziert worden. Außerdem dem Blizzardimperium verfallen.

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