WWE 2K17 Review – Xbox One Test


Auch in diesem Jahr dürfen sich Wrestling-Fans erneut über einen neuen Ableger der WWE 2K-Reihe freuen. Vorweg wurden nur wenige Informationen zum Spiel veröffentlicht, sodass unsere Neugier durchaus geweckt wurde. Kann WWE 2K17 in diesem Jahr überzeugen? Welche Features sind neu und von welchen muss man sich verabschieden? All diese Fragen klären wir in unserem Review.

Präsentation

Nachdem 2K die WWE-Reihe vor einigen Jahren von THQ aufgegriffen hat, hat man Jahr für Jahr an der Präsentation der Reihe gearbeitet, um das WWE-Geschehen noch authentischer auf den Bildschirmen zu Hause rüberzubringen. Unzählige Wrestler und Wrestlerinnen wurden via Scan-Technologie ins Spiel integriert, sodass die Figuren im Spiel sich nicht vor ihren realen Ebenbildern verstecken müssen. So erhoffen sich die Mannen von 2K Sports, dass auch die WWE-Reihe irgendwann auf dem Sportspielen-Olymp sein wird, so wie auch die NBA 2K-Reihe, welches bis heute unerreichbar ist, was die Präsentation betrifft. Doch der Weg ist lang und schwierig, denn sobald man ein wenig tiefer in WWE 2K17 blickt, so kommen einige Schwachstellen zum Vorschein.

Fangen wir mit den halbherzigen Entrances an, die jedem Wrestling-Fan sofort ins Auge fallen sollten. Jeder möchte sehen, wie gut 2K seinen Lieblings-Wrestler ins Spiel integriert hat. Die Vorfreude wird schnell getrübt, wenn man die lieblose Umsetzung diverser Entrances sieht, wie von Finn Balor, Bayley oder auch Shinsuke Nakamura. Alles wirkt halbfertig hingeklatscht, welches ungemein der gesamten Atmosphäre schadet. Des Weiteren wurden sämtliche Voice-Overs total verhunzt, da diese wohl in einem Tonstudio aufgenommen wurden und fertig. Keinerlei Interaktionen mit den Fans im Spiel oder der unvergleichliche Stadionsound. Schade, denn bereits im Vorjahr waren die Entrances von Enzo Amore & Big Cass zum Beispiel unzureichend – Nach deren Main-Roster-Debüt hätten wir uns ein bisschen mehr „WWE-Feeling“ gewünscht.

Kommen wir nun zu den Kommentatoren im Spiel. Auch in diesem Jahr haben es nur JBL, Michael Cole und Jerry Lawler ins Spiel geschafft, die Jahr für Jahr die selben Sprüche ins Mikrofon brüllen. Nach nur einem Match haben wir uns schon satt gehört, sodass wir uns ganz dringend neue Sprüche und auch Kommentatoren wünschen! Rostersplit sei dank, sollten Corey Graves und Byron Saxton nicht mehr lange auf sich warten lassen – Hoffentlich.

Die Grafik im Spiel wurde an sich nur wenig verändert. Besonders fallen einem die neuen Lichteffekte auf, die die Einzüge und auch die Wrestler selber deutlich lebendiger erscheinen lassen. Gedrückt wird der positive Eindruck jedoch von dem alten Grundgerüst der Grafik. Die neuen Konsolen sind mittlerweile seit knapp 2 Jahren auf dem Markt und noch immer baut man auf eine mehr als 6 Jahre alte Engine, sodass man weiterhin mit vielen, vielen Framedrops und anderen Grafikfehlern konfrontiert wird. Hier müssen die Entwickler von Visual Concepts und Yuke’s endlich einen neuen Weg einschlagen, denn sonst macht man nur einen Schritt vor und zwei zurück.

Gameplay

Auch in diesem Jahr haben sich die Entwickler von WWE 2K17 einiges einfallen lassen, wodurch sich das Gameplay noch besser und individueller spielt. Im Kern hat sich nicht viel verändert und noch immer führt man Irish Whips und Grapple-Moves via Knopfdruck aus. Die neuen Features gehen mehr in die Tiefe und lassen den Wrestling-Simulator deutlich realistischer erscheinen.

Multi-Man-Matches dürfen sich beispielsweise über das neue Roll Out-Feature freuen. Nach unbestimmten Moves rollt sich unser Superstar aus dem Ring und regeneriert auf dem Hallenboden vor sich hin, während sich seine Kontrahenten im Ring alles abverlangen. Solche „Roll Outs“ sieht man auch sehr oft im TV, sodass das neue Feature durchaus gelungen ist. Einziger Manko hierbei ist, dass sich die Superstars auch nach jeden noch so kleinen Move aus den Ring rollen können – Der Zufall entscheidet hier!

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Auch in Sachen Taunts hat sich einiges geändert. Noch immer führt man mittels Steuerkreuz Taunts aus, doch statt nur Momentum bekommen unsere Superstars jetzt verschiedene Boni. Der linke Steuerkreuz sorgt dafür, dass wir mit dem Publikum interagieren, sodass wir für kurze Zeit mehr Momentum bekommen. Der rechte Steuerkreuz führt einen Taunt gegen den Gegner aus, sodass wir hier mehr Schaden verursachen. Der Steuerkreuz nach oben führt dazu, dass der Gegner vom Boden, taumelnd aufsteht und regelrecht nach einem weiteren Move von uns bettelt. Diese neuen Boni sorgen für deutlich mehr Tiefgang in den Matches, sodass man auch strategisch vorgehen muss.

Die wichtigsten neuen Features haben wohl die „Hardcore-Matches“ erhalten, wie Table- und Ladder-Matches. Diese wurden nahezu komplett überarbeitet, wodurch die Matches deutlich mehr Spannung und Nervenkitzel beinhalten. Freut euch hierbei auf viele neue Animationen, Möglichkeiten eure Gegner durch Leiter oder Tische zu befördern und natürlich auf neue Minispiele, wodurch ihr diese Matches gewinnen könnt.

Leider muss man sagen, dass der Ring sehr schnell langweilig wird. Immer wieder die selben Ringseile, die selben Kommentatoren und die selben Fans – Wieso also nicht mal den Kampf im Backstage-Bereich ausfechten? Ja, richtig gelesen! Die Backstage-Kämpfe sind zurück und das gewaltig! Entweder startet ihr direkt im Backstage-Bereich oder prügelt euch durch die Barrikaden in der Halle nach hinten. Viele Bereiche wollen von euch besucht werden, denn es gibt immer wieder neues zu entdecken. Mal treffen wir hinten auf Vince McMahon oder auf einen Wrestler, den wir bei seinem Interview mit Renee Young stören.

Die Umsetzung der neuen Features ist in diesem Jahr sind durchaus gelungen, wodurch wir ein noch runderes WWE-Erlebnis zu Hause erleben dürfen.

Umfang

Auch in diesem Jahr hat man die Messlatte der spielbaren Charaktere in die Höhe getrieben. Viele aktuelle Superstars und Legenden warten im virtuellen Ring auf euch. Leider sind nicht alle Wrestler 100% aktuell. Des Weiteren vermissen wir einige Superstars, die nicht erst seit gestern ihr Unwesen bei der WWE treiben. Immerhin darf man sich demnächst auf DLC-Packs freuen, wodurch das Roster noch um weitere Wrestler erweitert wird.

Als Spielmodi gibt es in diesem Jahr den Exhibition-, Online- MyCareer-, und Universe-Modus. Ja, dieses Jahr hat man auf den 2K Showcase komplett verzichtet, da es wohl rechtliche Probleme gab, so jeden Falls das offizielle Statement von 2K. Jeder der vier vorhandene Modi sorgen für Langzeitmotivation, wobei der MyCareer-Modus erneut nicht vollstens überzeugen kann. Letztes Jahr war der Aufschrei schon groß, dass der Modus viel zu langweilig sei. Für den neuesten Teil der Reihe hat man einige Verbesserungen angekündigt, wodurch der Modus aber nur bedingt besser wurde. Zwar kann man jetzt Promos im Spiel abhalten, jedoch stagniert der Spielmodus relativ schnell, sodass man relativ zügig die Lust am Modus verliert. Vielleicht ja im nächsten Jahr.

Positiv sei zu erwähnen, dass die Creation Suite deutlich umfangreicher ist mit dem neuesten Ableger. Natürlich kann man auch in diesem Jahr seinen eigenen Superstar , sowie auch einen eigenen Einzug, Arena oder Titel erstellen. Freut euch ganz neu auf eure eigenen Jubelsequenzen, die ihr euch zurecht basteln könnt. Des Weiteren seid ihr in der Lage eigene Videos zu kreieren, die ihr als Titantron nutzen könnt.

Präsentation8.5
Gameplay9
Umfang8.5
Fun8
WWE 2K17 macht im Grunde sehr viel Spaß, denn die einzelnen Matches sorgen für ein echtes WWE-Gefühl zu Hause. Leider können die Modi im Spiel nur bedingt überzeugen, sodass ein fader Beigeschmack überbleibt. Immerhin stimmt der Umfang und bahnbrechende Bugs und Errors haben wir bei unseren Testspielen nicht finden können. Authentischer war ein Wrestling-Spiel noch nie!
8.5

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Mehmet

Der selbsternannte König des Squared Circles. Die Reise in die Welt des Wrestlings begann schon als kleines Kind. Die wahre Leidenschaft erwachte aber erst 2005. Fortan wird jede Liga auf der Welt verfolgt - Von der WWE, PWG, NJPW bis hin zur wXw. Wrestling ist weitaus mehr als nur Männer, die in Badehosen gegeneinander kämpfen.

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